(Quelle: Tagesanzeiger.ch – 26.10.2016)

Bei Versicherungen und Banken haben über 50-Jährige die trübsten Aussichten. Dabei sind sie nicht weniger motiviert.

Der Kanton Aargau hat bei Firmen eine Charmeoffensive für Menschen über 50 gestartet. Im Rahmen einer grösseren Kampagne listet das Aargauer Wirtschaftsamt auf seiner Internetseite einige gängige Vorurteile gegen Ältere auf – die von wissenschaftlichen Studien entkräftet worden sind. Hier eine Auswahl:

Motivation «Bei Älteren sinkt die Motivation.» Hier zeigt sich sogar das Gegenteil: Mit dem Alter steigt die Motivation. Das besagt zumindest eine Studie der Wirtschaftswissenschafter Thomas Ng und Daniel Feldmann.

Veränderung «Ältere haben keine Lust mehr auf Neues.» Stimmt nicht, sagt die Wissenschaft. Je älter die Befragten einer Studie, desto grösser war ihre Bereitschaft, sich zu verändern.

Gesundheit «Ältere Mitarbeiter sind häufiger krank als jüngere.» Ältere und jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seelisch und körperlich ungefähr gleich oft krank.

Produktivität «Ältere sind weniger produktiv als Jüngere.» Bei einem grossen Anteil an älteren Mitarbeitern ist die Produktivität hoch. Laut einer Studie der deutschen Professoren Christian Göbel und Thomas Wick steigt die Produktivität eines Teams an, wenn der Mix zwischen Alt und Jung gut ist.

Freizeit «Älteren Menschen ist die Arbeit weniger wichtig als die Freizeit.» Laut den Ökonomen Thomas Ng und Daniel Feldmann haben ältere Menschen kaum Probleme, ihre Freizeit und die Arbeit gut aneinander vorbeizubringen. Sie setzen Prioritäten.

Personalkosten «Ältere Mitarbeiter sind teurer als die Jüngeren.» Hier ist das Gegenargument des Aargauer Arbeitsamts: Der Lohn ist immer auch Verhandlungssache. Ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bereit, Kompromisse einzugehen. Die Wissenschaft sagt dazu, höhere Kosten müssten nicht sein. Ältere sind länger treu. Eine Firma kann also sparen, weil sie offene Stellen nicht immer neu besetzen muss.

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